Himmlischer Datenspeicher?

SkyDrive funktioniert als virtuelle Festplatte und Fileserver. Es ist die von Microsoft bereitgestellte Cloud für Jedermann. Das Angebot legt die Einstiegsschwelle für die Zusammenarbeit via Internet niedriger als andere Produkte das bisher offerieren.

Als IT-Ausbilder setze ich Moodle ein, um gezielt Materialien bereitzustellen oder Arbeitsaufträge von Kursteilnehmern einzufordern. Moodle ist jedoch anspruchsvoll. Viele Ausbilder und Lehrer benötigen nicht diesen Funktionsumfang. Der für Moodle & Co benötigte Webserver und das Wissen um dessen Verwaltung erfordern mindestens einen Administrator. Ein paar Stunden Einweisung für die Lehrkräfte sind überdies nötig, damit diese es im Unterricht einsetzen können. Wer in Zukunft gezielt seinen Lehrgruppen Material anbieten will, ohne Stunden mit der Einarbeitung in eine LMS-Plattform vom Moodle-Umfang zu verbringen, könnte bei SkyDrive die notwendigen Eigenschaften finden.

Ich persönlich habe bei der Installation von Office 2013 auch SkyDrive auf mehreren Computern installiert. Diese laufen an meinem Arbeitsplatz oder meinem Wohnort oder dem Aufenthaltsort meiner Kinder. Werden Texte und Bilder während in Internet-freien Räumen, z.B. Bussen und Bahnen auf PCs lokal in Ordnern gespeichert, die mit SkyDrive synchronisiert werden, so wird alles bei der nächsten Internetverbindung automatisch repliziert. Derartigen Komfort konnte man früher nur für viel Geld erwerben. Damit waren Lösungen wie z.B. mit Lotus Notes nur mit großen Budgets möglich. Microsoft gibt den Office2013 Beta-Testern ein SkyDrive von 7 GB kostenlos. Wer später mehr Platz benötigt, zahlt Preise, welche günstiger sind als anderswo. Die passende iPad-App gibt es kostenlos dazu. So kann man mit Office 2013 Dokumente speichern, welche kurz darauf auf dem iPad erscheinen ohne dass dort Office installiert sein muss. Bilder und Videos lassen sich natürlich auch auf diesem Wege zugänglich machen.

Die Freiheit im Web zu speichern ist nicht grenzenlos: Sowohl kriminelle Handlungen als auch Pornographische Darstellungen können zum Verlust des Nutzerkontos führen. Mittels der AGBs des Anbieters können z.B. Konten gesperrt werden, welche rassistischen und diskriminierenden Inhalt bereit stellen.
Das scheint derzeit wegen eins fragwürdigen Videos, welches in vielen muslimischen Ländern zu Unruhen führt, durchaus sinnvoll: Wegen der Freiheit der Kunst und der Meinungsfreiheit können Regierungen nur an Ansehen verlieren, wenn sie Spottvideos wie dieses verbieten, sofern dabei keine Gesetze verletzt wurden. Unternehmen wie Apple, Microsoft und Google (YouTube) könnten mit geeigneten Geschäftsbedingungen die Verbreitung von Hass vermeiden, wenn sie weise handeln. Urteilsfähige Nutzer können ein Video, ein Angebot oder einen Kanal als nicht angemessen kennzeichnen. Die Betreiber können diesen Hinweisen nachgehen und gegebenenfalls einen Grund für die Sperrung nennen bevor es zu spät ist. Zensur ist schlecht – noch schlimmer ist, wenn fanatisierter Mob westliches Botschaftspersonal in islamischen Ländern ermordet.

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